Tag 7: Vom perfekten Morgen zum Ziel

Von Köge nach Kopenhagen

Um 5:45 Uhr bin ich wach geworden und hatte nur den Gedanken im Kopf, dass draußen ein Sonnenaufgang auf mich wartet. Also ging es schnell los mit Stativ und Kamera Richtung Ostsee. Kaum angekommen bemerkte ich auch schon, dass der Gedanke gar nicht mal so falsch war. Die Weite und die Stimmung waren einfach atemberaubend. In dem Augenblick war ich nur noch dankbar für den schönen Augenblick und alle Strapazen der letzten Tage waren vergessen.

Beim Abreisen vom Campingplatz musste ich heute erst einmal fragen, welch ein Wochentag ist. Bin irgendwie völlig aus dem Rhythmus gekommen und hatte auch keinerlei Anhaltspunkte.

Die Etappe begann mit einer Fahrt ins Landesinnere, was mal für Abwechslung sorgte, da die letzten Etappen doch sehr von der Ostsee geprägt waren und es eigentlich nur an der Küste entlang ging. Aber nach einiger Zeit war ich dann auch schon wieder an der Ostsee und es ging vorbei an ein paar kleinen Häfen Richtung Kopenhagen.

Dann endlich nach einer Kurve ein erster Blick auf Kopenhagen, welch ein geiles Gefühl, unbeschreiblich.

Die Fahrt ins Zentrum von Kopenhagen war dann nicht mehr ganz so entspannend. Hatte irgendwie die Orientierung verloren und bin nur umhergeirrt, aber irgendwann hab ich es dann zum Hostel geschafft. Schnell eingecheckt, ab aufs Zimmer und … geschlafen. ;-)

Nach viel zu kurzer Zeit wurde ich dann von zwei jungen Männern geweckt, die vor mir standen und auch in dem Zimmer übernachten wollten. Hätte ja mal jemand sagen können, dass ich mir das Zimmer teilen muss. Also musste ich mir einen neuen Rückzugsort suchen und hab auf der Suche nach Nahrung mit dem Rad erstmal die Innenstadt unsicher gemacht.

Allerdings war es Freitag Nachmittag und Berufsverkehr. Ich bin ja einiges gewohnt durch die täglichen Fahrten in Berlin gewohnt, aber das war einfach der Hammer. In Kopenhagen sind vielmehr Radfahrer als Autofahrer unterwegs, was auf den ersten Blick völliges Chaos war. Auf den zweiten Blick ist ein ziemlich gutes System dahinter, welches aber nur funktioniert, weil die Autofahrer auf Radfahrer Rücksicht nehmen, also in Berlin nicht umsetzbar ;-) .

Am Abend hab ich dann noch mal einen Stadtbummel zu Fuß unternommen und das Flair von Kopenhagen in der Nacht ist einfach Klasse. Leider hatte ich meine Kamera vergessen mitzunehmen.

Sonnenaufgang perfekter Morgen
DSCF3088.JPG einen abend zuvor wurde hier noch richtig gerockt
kurz vor dem Ziel
     

Tag 6: Man geht’s mir gut!

Die Nacht habe ich super geschlafen, wie schon lang nicht mehr. Leider nur bis 6:00 Uhr, weil mein Wecker geklingelt hat. Wie kam ich nur auf die Idee, den Wecker so früh zu stellen? Was es auch war, um 6:00 Uhr  war davon jedenfalls nicht mehr viel übrig. Um 7:30 Uhr bekam ich dann ein sehr reichhaltiges Frühstück ins Zimmer gebracht.

Frisch gestärkt und ausgeruht ging es dann los, nur hatte ich überhaupt keinen Plan wo lang. Also bin ich durch Prästo geirrt und ab verzweifelt nach dem Weg gesucht, den ich am Abend zuvor lang gefahren bin. Irgendwie hatte der Ort etwas eher merkwürdiges an sich, alles war so perfekt und sauber, fast schon unheimlich. Wenn man im Wedding wohnt ist man das anders gewohnt und ein Ort  in dem alle Rasenflächen wie auf einem Golfplatz gepflegt sind kommt einem doch eher suspekt vor. Ob der Typ der mich fast mit seinem Rasenmäher umgefahren hat, hier täglich lang fährt und den Rasen mäht?

Und dann hatte ich auch endlich wieder am Ortsausgang ein Hinweisschild für den Radfernweg vor mir. Blöderweise musste ich feststellen, dass ich durch diesen Ortsausgang gestern noch in den Ort gefahren bin. Also umdrehen und noch mal durch das nette Dörfchen.

Eigentlich wollte ich an diesem Tag mich beeilen und 140km bis nach Kopenhagen fahren. Aber da es doch sehr viel wärmer war als die Tage zuvor und die Sonne schien entschloss ich mich, das Wetter zu genießen und nur bis Köge zu fahren.

Die Fahrt war einfach herrlich. Es war sehr ruhig und sehr entspannend durch die vielen kleinen Dörfer zu fahren. Diese Etappe war bisher die beste der ganzen Tour, so hätte es die anderen Tage auch sein sollen.

Am Nachmittag nahm dann der Wind  leider wieder zu, aber das störte mich nicht weiter, da ich bereits um halb vier den Zeltplatz in Köge erreicht hatte. Also habe ich schnell mein Zelt aufgebaut und bin in die Stadt gefahren um mal zu schauen, was da so abgeht.

Da ging leider eine Menge ab, die haben da irgendwie ein Sommerfest gefeiert, was genau hab ich nicht so ganz verstanden. Auf jeden Fall war es laut und es waren dort viel zu viele Menschen. Also schnell wieder raus aus dem Zentrum und irgendwo etwas ruhiges suchen. Auf dem Rückweg zum Zeltplatz hatte es dann natürlich geregnet. Schön konnte ich mir wieder Gedanken machen wie mir warm wird und meine Sachen trocken bekomme. Beheizte Toiletten hat nicht jeder Zeltplatz, dieser schon ;-) .

Mein Zimmer Ein bisschen Sonne Verkehrsberuhigung auf dänisch Bisschen kalt zum baden
große Raupe mal wieder eine Rast Kreidefelsen in Dänemark idyllischer Ort
Lruchtturm Kreidebruch Ich fühlte mi ei der Rast etwas beobachtet
da inten ist die Öresundbrücke Fischerboot leicht windschiefes Haus Wo ist mein Sonnenuntergang?
Ein bisschen Ebbe        

Tag 5: Etappe de Torture

Von Marielyst nach Prästo (120 km)

Heute habe ich den Tag eher ruhig begonnen. Erst einmal einen Schauer abgewartet und dann noch schnell im nächsten Supermarkt meine Wasservorräte aufgefüllt. Da ich am Abend zuvor irgendwie vom Radweg abgekommen bin musste ich erst einmal 4 km radeln um wieder auf dem Radweg nach Kopenhagen zu sein.

Bis Nyköbing verlief alles recht flott, allerdings habe ich mich dann Mitten im Ort mal wieder verfahren, da GPS, Hinweisschilder und Verstand mal wieder nicht im Einklang waren ;-) .

Im Allgemeinen war die Ausschilderung des Radweges in Dänemark um einiges besser als in Deutschland.

Kurz nach Ulslev hatte ich dann auch endlich den ersten richtigen Kontakt mit der Ostsee und einen Ostsee typischen Strand unter den Füßen. Von da aus ging es durch sehr waldiges Gebiet nach Stubbeköbing, wo ich mit einer Fähre zur Insel Bogö übergesetzt bin.

Von Bogö zur Insel Mön fährt man dann allerdings über eine ziemlich lange Strecke auf der Fahrbahn mit, was auf Dauer nicht so toll ist. Als ich dann aber auf der Insel Mön war, ging es durch sehr kleine und idyllische Dörfer und ich habe über Stunden keine Menschenseele gesehen. Alle Dörfer waren wie ausgestorben, aber das hatte was.

In Stege wurde es dann plötzlich ziemlich dunkel, da ein Unwetter aufgezogen ist, also beschloss ich schnell in einen Supermarkt zu gehen und eine Brotzeit zu machen.

Der Weg von Stege nach Kalvehave war ein Trip durch die Hölle. Zunächst hat man auf 7 km keinen Radweg, sodass man auf der Straße fahren muss. Zudem kam dann noch erschwerend hinzu, dass ich mit ziemlich starken Regen und Gegenwind zu kämpfen hatte. In Koster wollte ich eigentlich dann auf einem Campingplatz übernachten, aber der Wind war da so stark, dass ich mein Zelt kaum hätte aufbauen können. Außerdem brauchte ich für die Nacht ein ordentliches Quartier, da ich durchgenässt war und das Gefühl hatte eine Erkältung zu bekommen.

In der Hoffnung, dass es in Prästo bezahlbare Hotels gibt, bin ich in strömenden Regen dorthin gefahren. Dort angekommen habe ich nur ein sehr edles Hotel gefunden, welches überhaupt nicht in mein Budget passte.

Aber ich bin einfach mal reingegangen in der Hoffnung, dass die mir weiterhelfen können und ich wurde da auch, zu meiner Überraschung, sehr freundlich empfangen. Der junge freundliche Herr hatte sofort i einem anderen Hotel angerufen und mir dann den Weg dorthin erklärt. Nach kurzem Smalltalk ging es dann auch weiter zu dem Hotel, wo ich für ungefähr 50€ ein typisches dänisches Doppelzimmer vorgefunden habe.

Schlafplatz in Marielyst Kommoran Hafen von Nyköbing
Endlich Strand unter den Füßen
Hafen von Stubbeköbing
Ab nach Bogö Auf der Fähre Das erste Hügelgrab
DSCF2900.JPG typisch dänische Kirche da musste ich mich langquälen schöner Ausblick

Tag 4: Nordish by Urlaub

Von Schabernack nach Marielyst (98 km)

Die Nacht in einem ordentlichen Bett zu schlafen war doch sehr erholsam und nach einem ordentlichen Frühstück ging es dann auch gleich um 8:30 Uhr wieder weiter.

Diesmal habe ich mir zuerst Güstrow angeschaut, ein kleines beschauliches Städtchen mit einem Schloss in der Mitte.

Nach Güstrow habe ich dann festgestellt, dass die Gegend eine gute Wahl für eine Schlafpause war, da ab hier größten Teils weite flache Flächen und kein Mittelgebirgsflair auf mich warteten.

Je nördlicher man kommt, umso freundlicher werden die Leute. Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass man hier auf einen Dialekt trifft, den man sonst nur aus der Region um Hamburg kennt, was die Leute hier nur noch sympathischer macht.

Ansonsten konnte ich heute ziemlich gut durchfahren, meist sogar mit Rückenwind.

17 km vor Rostock kamen dann die ersten Hinweisschilder zum Rostocker Hauptbahnhof, was die Motivation steigerte noch schneller zu fahren. Allerdings waren es vom Hauptbahnhof zum Überseehafen auch noch einmal gut   7 km.

Da ich gerne um 15:00 Uhr die Fähre erreichen wollte, musste ich ziemlich treten und ein paar rote Ampeln ignorieren.

14:20 Uhr kam ich dann am Überseehafen an. Da hab ich dann schnell das Ticket für 17€ gekauft und noch ein paar Euro in dänische Kronen getauscht. und dann hieß es 20 min warten … naja besser zu früh als zu spät.

Die Fahrt im Hafen zum Liegeplatz der Fähre war doch recht abenteuerlich, da dort ziemlich viele LKW’s unterwegs waren, die nicht wirklich viel Rücksicht auf Radfahrer nahmen. Gut als Radfahrer ist man da auch eher ein Exot.

Die Überfahrt war dann recht spannend. Ich hatte mich gleich an die frischen Luft gesetzt um die Aussicht und die Seeluft zu genießen. Die ersten Meter hatte ich ziemlich damit zu kämpfen nicht Seekrank zu werden, da wir ziemlich raue See hatten. Aber wenn man einfach an was anderes denkt geht das ziemlich rasch vorbei.

Nach 2 Stunden hatte ich dann auch schon dänischen Boden unter den Füßen.

Die nächsten 20 km habe ich damit verbracht einen Schlafplatz zu finden, den ich dann auf einem Campingplatz in Marielyst gefunden habe.

Schilfdächer haben schon was ... und grüne Hauswände auch Schloss Güstrow der Eingang
Dom in Güstrow etwas hollprige Brücke Zu früh Auf dem richtigen Weg
Letzte Hürde Richtung Dänemark Da kann sich die Fähre noch so querstellen, ich will nach Dänemark Fesselspiele für's Rad Brummis auf Kuschelkurs Biss'l Schleichwerbung
In 50 Jahren nehme ich das Schiff ;-) Ein Leuchtturm ... und noch einer, nur ein wenig kleiner Möve die im Wind surft Eine weitere Weite gibts wohl nicht
Wie man das auch immer ausspricht Ganz schön große Klappe Kleine Hafenkneipe Ein Turm  

Tag 3: Endlich Sonne

Von Waren nach Schabernack (85 km)

Als ich aufwachte hatte ich mich gewundert, dass es heller ist als die anderen Tage. Hey und wirklich fast wolkenfreier Himmel. Also schnell ans Wasser und Bilder machen. Ich liebe ja Sonnenauf- und untergänge, wodurch auch ziemlich viele Fotos entstanden sind.

Begonnen hatte ich die Etappe mit einer kleinen Stadtrundfahrt durch Waren. Ich brauchte Werkzeug um den Frontscheinwerfer vom Rad wieder zu befestigen und außerdem brauchte ich mal wieder Geld von der Bank. Insgesamt habe ich so 10 km verfahren.

Die ersten 30 km verflogen wie im Flug, keine großen Steigungen und kein Regen.

In Loppin sah ich wie hinter einer Frau eine kleine schwarze Fellraupe die Straße überquerte. Es war ein 4 Wochen alter Mischlingswelpe. Kaum hatte ich die Frau gefragt, ob ich ein Foto von ihm machen durfte, hing er mir auch schon am Schnürsenkel. Alles musste herhalten, damit er seine tollen neuen Zähne ausprobieren konnte. Vor allem mein Rad musste herhalten, da es das erste war, dass er untersuchen durfte. Nachdem die Frau den kleinen süßen Fratz weggetragen hatte konnte ich meine Fahrt fortsetzen.

Zwischendurch hatte ich ein nettes Ehepaar aus Kopenhagen getroffen, die auf dem Weg nach Berlin waren. Es war eine nette Unterhaltung und ich war überrascht, wie gut sie deutsch gesprochen haben.

Gegen 16:30 Uhr habe ich dann die Jugendherberge in Schabernack angesteuert. Ich hatte mal wieder Lust auf ein ordentliches Bett und für 26€ inklusive Abendbrot und Frühstück war es echt super.

Nachdem Abendessen bin ich dann mit Kamera und Stativ losgezogen um ein paar Bilder vom Sonnenuntergang zu machen. Ich saß dann auch noch eine ganze Weile am Ufer des Insel-Sees und habe die Stille und Aussicht genossen. Dabei musste ich feststellen, dass man in Berlin und Umgebung eigentlich keine Orte findet, wo es so ruhig ist.

Sonnenaufgang über der Moritz Endlich wieder Sonne Fußgängerzone von Waren Rathaus von Waren
Springbrunnen Kleiner Esel Kleiner süßer Hund
Kleiner süßer Hund Hab mich für gerade aus entschieden ;-) Rathaus von Krakow am See
Ein Turm mitten auf dem Feld Fast Zuhause ;-) Ankunft an der Jugendherberge Mal gucken wo es dann morgen lang geht
Wieder ein Sonnenuntergang am See zum ausklingen Ein Schild für einen Menschenstrand hab ich vergeblich gesucht